Serious Game Krisopolis: Krisenvorsorge spielerisch stärken

Im Dezember 2025 erschien Krisopolis, ein neues Serious Game, das die oft abstrakten und komplexen Herausforderungen der Krisenvorsorge und des Krisenmanagements auf eine zugängliche, interaktive Plattform bringt. Es leistet damit einen wichtigen Beitrag, um die Resilienz der Gesellschaft und den Bevölkerungsschutz zu stärken.

Was ist Krisopolis?

Krisopolis ist ein digitales Lernspiel, das die Spieler:innen in eine fiktive Stadt gleichen Namens versetzt. Dort treten regelmäßig Krisenszenarien auf – von Stromausfällen und Trinkwassermangel bis hin zu Lockdowns. Die Spielenden steuern einen Avatar und müssen unter diesen Bedingungen grundlegende Bedürfnisse wie Nahrung, Wasser, Gesundheit und soziale Kontakte sichern.

Das Spiel verbindet einfache Mechaniken wie ein Belohnungssystem mit praktischen Tipps und Handlungsempfehlungen zur Krisenvorsorge. Diese basieren unter anderem auf Materialien des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Lernen durch Spielen: Serious Games als Bildungsinstrument

Serious Games wie Krisopolis gehen über klassische Wissensvermittlung hinaus:

  • Sie machen die Komplexität von Krisensituationen erlebbar, indem sie Dynamiken und Wechselwirkungen interaktiv simulieren.
  • Sie fördern Entscheidungskompetenz und Voraussicht, da Spieler:innen Entscheidungen treffen und deren Konsequenzen unmittelbar spüren.
  • Sie stärken das Gemeinschaftsdenken, weil nicht nur individuelle Überlebensstrategien zählen, sondern auch die Zusammenarbeit mit anderen Bewohner:innen der Stadt.

Gerade bei einem Thema wie Krisenvorsorge, das oft abstrakt, emotional belastend oder verdrängt wirkt, bietet ein spielerischer Zugang einen leichten Einstieg – für Kinder, Jugendliche, Familien und Erwachsene gleichermaßen.

Bild: Sascha Mannel

Interdisziplinäre Entwicklung und Wissenstransfer

Krisopolis entstand aus einer studentischen Projektidee an der TU Darmstadt im Wintersemester 2023. Ein interdisziplinäres Team aus Studierenden und Forschenden des LOEWE-Zentrums emergenCITY entwickelte es bis zur Marktreife.

Das Projekt zeigt, wie wissenschaftliche Forschung praxisnah in digitale Anwendungen überführt werden kann. Es schafft Wissenstransfer in den Alltag und stärkt zugleich die gesellschaftliche Resilienz.

Zukünftig soll Krisopolis über das Digital Resilience Xchange (DiReX)-Zentrum weiterentwickelt und verstärkt in Bildungskontexte wie Schulen eingebunden werden, um junge Zielgruppen für Vorsorge zu sensibilisieren.

Zugänglichkeit und Perspektiven

Die App ist derzeit kostenlos im Apple App Store und Google Play Store verfügbar.

Krisopolis zeigt, wie digitale Lernformate ernsthafte gesellschaftliche Herausforderungen adressieren können. Es bietet einen neuen Baustein für Risiko- und Krisenkommunikation: niedrigschwellig, partizipativ und verknüpft mit realem Fachwissen aus dem Bevölkerungsschutz.

Krisopolis ist mehr als ein Spiel – es ist ein Experimentierfeld, um die Handlungskompetenz der Zivilgesellschaft in Krisen zu stärken. Für Kommunen, Bildungsträger und Einsatzorganisationen eröffnet es die Chance, resilienzfördernde Themen dort zu verankern, wo Menschen aktiv sind: im Spiel.

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